Maltodextrin – Schnelle Energie für Training und Regeneration
Kohlenhydrate gehören neben Proteinen und Fetten zu den wichtigsten Energielieferanten unseres Körpers. Gerade bei intensiver körperlicher Belastung spielen sie eine entscheidende Rolle, denn unsere Muskulatur greift bevorzugt auf Glukose und gespeichertes Glykogen zurück, wenn schnell größere Energiemengen benötigt werden. Eine besonders praktische Möglichkeit, dem Körper zusätzliche Kohlenhydrate bereitzustellen, ist Maltodextrin.
Das nahezu geschmacksneutrale Kohlenhydratpulver wird seit Jahrzehnten in der Sporternährung eingesetzt. Vor allem Ausdauersportler, Kraftsportler und Athleten mit hohem Trainingsvolumen können davon profitieren. Entscheidend ist allerdings nicht allein, wie schnell Maltodextrin Energie liefert, sondern wann und wofür es eingesetzt wird.
Was ist Maltodextrin?
Maltodextrin ist ein Kohlenhydrat, das durch die teilweise Aufspaltung pflanzlicher Stärke gewonnen wird. Als Ausgangsstoffe dienen beispielsweise Mais, Kartoffeln oder Weizen. Bei diesem Prozess entstehen unterschiedlich lange Ketten aus miteinander verbundenen Glukosemolekülen, die während der Verdauung weiter aufgespalten und anschließend aufgenommen werden. Eine wichtige Kennzahl ist das sogenannte Dextrose-Äquivalent, kurz DE. Es beschreibt den Grad der Stärkeaufspaltung. Je höher der DE-Wert, desto stärker wurde die ursprüngliche Stärke bereits zerlegt. Produkte mit niedrigem DE-Wert enthalten durchschnittlich längere Glukoseketten und erzeugen bei gleicher Kohlenhydratkonzentration eine geringere Osmolalität. Das ist besonders bei Sportgetränken interessant. Eine niedrige Osmolalität ermöglicht es, größere Kohlenhydratmengen in einem Getränk unterzubringen, ohne dessen osmotische Konzentration unnötig stark zu erhöhen. Allerdings bedeutet ein niedriger DE-Wert nicht automatisch, dass die enthaltenen Kohlenhydrate besonders langsam verdaut werden.
Wie wirkt Maltodextrin im Körper?
Nach der Einnahme wird Maltodextrin durch Verdauungsenzyme in kleinere Zuckerbausteine zerlegt, bis schließlich Glukose aufgenommen werden kann. Diese gelangt über den Blutkreislauf zu den verschiedenen Geweben und kann entweder unmittelbar zur Energiegewinnung genutzt oder in Form von Glykogen gespeichert werden.
Besonders während intensiver Belastungen sind ausreichend gefüllte Glykogenspeicher von Bedeutung. Mit zunehmender Trainingsdauer können die verfügbaren Kohlenhydratreserven zu einem leistungsbegrenzenden Faktor werden. Durch die gezielte Zufuhr zusätzlicher Kohlenhydrate lässt sich die Energieversorgung unterstützen und bei längeren Belastungen die Leistungsfähigkeit aufrechterhalten.
Maltodextrin besitzt dabei einen praktischen Vorteil gegenüber vielen festen Lebensmitteln: Es lässt sich einfach dosieren, in Flüssigkeiten einrühren und auch während des Trainings konsumieren. Gleichzeitig ist sein Eigengeschmack vergleichsweise gering, sodass es sich gut mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln kombinieren lässt.
Maltodextrin für Muskelaufbau und Regeneration
Auch im Kraftsport können schnell verfügbare Kohlenhydrate sinnvoll sein. Intensives Krafttraining beansprucht die muskulären Glykogenspeicher, wobei das Ausmaß stark vom Trainingsvolumen, der Belastungsdauer und der beanspruchten Muskulatur abhängt.
Nach dem Training unterstützt die Kohlenhydratzufuhr die Wiederauffüllung dieser Speicher. Besonders relevant ist das für Athleten, die mehrmals täglich trainieren oder zwischen zwei intensiven Einheiten nur wenig Regenerationszeit haben. In solchen Situationen kann eine schnelle Glykogenresynthese tatsächlich einen leistungsrelevanten Vorteil bieten.
Für den Muskelaufbau selbst ist Maltodextrin allerdings kein Wundermittel. Kohlenhydrate können eine ausreichende Energieversorgung unterstützen, ersetzen jedoch weder einen angemessenen Trainingsreiz noch eine ausreichende Proteinzufuhr. Wer bereits genügend Kalorien und Kohlenhydrate über seine Ernährung aufnimmt, baut durch zusätzliches Maltodextrin nicht automatisch mehr Muskelmasse auf.
Wann und wie viel Maltodextrin ist sinnvoll?
Die optimale Einnahme hängt von Trainingsziel, Belastungsdauer und individueller Ernährung ab. Während einer gewöhnlichen Krafttrainingseinheit von 45 bis 60 Minuten ist eine zusätzliche Kohlenhydratzufuhr für gut versorgte Sportler meistens nicht erforderlich.
Bei längeren und intensiven Ausdauerbelastungen sieht die Situation anders aus. Für Trainingseinheiten von etwa einer bis zweieinhalb Stunden werden häufig 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde empfohlen. Bei noch längeren Belastungen können höhere Mengen sinnvoll sein. Hier bieten sich Kombinationen aus Maltodextrin und Fruktose an, da beide Kohlenhydratquellen unterschiedliche Transportmechanismen im Darm nutzen.
Nach dem Training richtet sich die benötigte Menge vor allem danach, wie schnell die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt werden müssen. Steht bereits innerhalb weniger Stunden die nächste intensive Trainingseinheit an, können etwa 1,2 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde über die ersten Stunden der Regeneration sinnvoll sein. Bei ausreichend langer Erholungszeit ist dagegen die gesamte Kohlenhydratzufuhr über den Tag meist wichtiger als ein unmittelbar nach dem Training getrunkener Shake.
Maltodextrin DE6 von GN Laboratories
Mit Maltodextrin DE6 von GN Laboratories steht eine unkomplizierte Kohlenhydratquelle für die gezielte Sporternährung zur Verfügung. Das Produkt enthält ausschließlich Maltodextrin DE6 und zeichnet sich durch seine niedrige Osmolalität, gute Löslichkeit und seinen neutralen Geschmack aus.
Eine Portion von 30 Gramm Pulver liefert rund 29 Gramm Kohlenhydrate. Dadurch eignet sich das Produkt sowohl als Bestandteil eines Trainingsgetränks als auch zur Ergänzung eines Post-Workout-Shakes. Wer wissen möchte, wie sich klassische Maltodextrine von moderneren Kohlenhydratquellen unterscheiden, findet im Beitrag Maltodextrin oder Cluster Dextrin – der Vergleich eine weiterführende Einordnung.
Fazit: Sinnvoll bei hohem Energiebedarf
Maltodextrin ist weder ein unverzichtbares Supplement noch eine überlegene Kohlenhydratquelle für jeden Sportler. Seine Stärke liegt vor allem in der unkomplizierten Bereitstellung zusätzlicher Energie. Besonders bei langen Trainingseinheiten, hohem Kohlenhydratbedarf oder kurzen Regenerationszeiten kann es eine praktische Ergänzung der Ernährung darstellen.
Wer dagegen nur wenige Male pro Woche trainiert und seinen Energiebedarf problemlos über gewöhnliche Mahlzeiten deckt, benötigt in der Regel kein zusätzliches Kohlenhydratpulver. Entscheidend bleibt die bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Nährstoffen – nicht die bloße Einnahme eines bestimmten Supplements.
Quellen
- Hofman, D. L. et al. (2016). Nutrition, Health, and Regulatory Aspects of Digestible Maltodextrins. Critical Reviews in Food Science and Nutrition. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4940893/
- Thomas, D. T., Erdman, K. A., Burke, L. M. (2016). Position of the Academy of Nutrition and Dietetics, Dietitians of Canada, and the American College of Sports Medicine: Nutrition and Athletic Performance. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26920240/
- Kerksick, C. M. et al. (2017). International Society of Sports Nutrition Position Stand: Nutrient Timing. Journal of the International Society of Sports Nutrition. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28919842/
- Burke, L. M. et al. (2011). Carbohydrates for Training and Competition. Journal of Sports Sciences. https://doi.org/10.1080/02640414.2011.585473
- EFSA NDA Panel (2018). Carbohydrate Solutions and Contribution to the Improvement of Physical Performance During High-Intensity and Long-Lasting Physical Exercise. EFSA Journal. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2018.5191